Fedora Core

In letzter Zeit häufen sich mal wieder die Angriffe auf Webseiten, bevorzugt Shops. Die Masche der Erpresser läuft meist so, den DDoS Angriff per Email anzukündigen um vorab ein “Schutzgeld” zu erpressen. Näheres wusste bereits der Spiegel unter http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,701879,00.html zu berichten.


Im Gegensatz zum Spiegel Artikel, welcher meist von Säberasseln ausgeht, und eher auf die Trittbrettfahrer abzielt, ist die Bedrohung durchaus real, da sich bereits mit einem Server und ein wenig Perl entsprechend ungeschützte Webserver aus dem Rennen nehmen lassen. Einer der Vertreter dieser Angriffsschnecken, wie ich sie nenne, ist Slowloris, aber es gibt auch andere die ähnlich arbeiten.

Da Slowloris ohne Probleme frei verfügbar ist unter http://ha.ckers.org/slowloris/ , kann jeder halbwegs versierte ITler so einen Angriff starten, sei es zu Kontrollzwecken ob die eigene Infrastruktur vor solchen Angriffen geschützt ist, oder auch zu kriminellen Zwecken, wie der oben genannten Erpressungsweise. Anfällig für solche Angriffe sind zum Beispiel die meisten Apache Server, alte Nginx Versionen und auch diverse andere Webserverplattformen.

In größeren lastverteilten Systemen welche Hardware Balancer nutzen und die korrekt konfiguriert sind, tritt das Problem eher weniger auf, da diese meist von Haus auf ein sogenanntes Late Binding vornehmen, und gegen die meisten dieser Angriffe schützen. Anders sieht es bei alleine im Netz stehenden Servern aus, oder lastverteilten Systemen welche eine Direktverbindung zum Webserver auf dem zum Beispiel ein Apache Server läuft zulassen (IPVS als Beispiel).

Für die letzteren Varianten gibt es aber dennoch diverse Schutzmöglichkeiten. In einem kompletten Setup mit Balancing kann man zum Beispiel als Eintrittstor einen aktuellen NGINX Server nehmen, der auch gleich das SSL Offloading übernehmen kann, aufgrund seiner sehr guten Performance. Dieser greift auf einen HAPROXY zu welcher das Balancing übernimmt. Die eigentlichen Webserver sind am Ende Apache Webserver, welche jedoch mit mod_qos laufen, welches zum Beispiel SLOWLORIS sehr gut abfangen kann.

Die einzelnen Elemente dieser Setups und genauerer Beschreibungen findet man unter den folgenden Links:

Mit diesen Komponenten kann man seine Infrastruktur relativ gut gegen diese Form von Angriffen schützen. Natürlich sollten bei Linuxsystemen von Haus auf zusätzlich TCP_SYNCOOKIES aktiviert sein, um eine andere Angriffsform abzudecken. Distributionen wie aktuelle Fedora oder CentOS haben diesen Parameter bereits als Standardeinstellung aktiviert.

Dann mal erfolgreiches Schützen!

Meine neue Webseite findet sich übrigens unter http://www.arnold-informationstechnologie.de . Dort finden Sie den Artikel ebenso, unter http://www.arnold-informationstechnologie.de/2011/03/29/policy-routing-mit-fedoraredhatcentos/


 

Ich habe längere Zeit nach einem Weg gesucht, wie man ein Policy Routing unter Fedora ohne eigene Modifikationen hinbekommt. Manchmal hilt es ein wenig, die Skripte zu durchsuchen, und letztendlich bin ich in ifup-routes fündig geworden.

Um ein Policy Routing unter Fedora einzurichten legt man erstmal für jede zusätzliche Routingtable die man benötigt in /etc/iproute2/rt_tables einen Eintrag an. Dies ist nicht zwingend notwendig, erlaubt einem aber den Routingtables auch Namen zu geben.

Am Besten wir machen das Ganze mal anhand eines Beispiels.

Ausgangsposition ist ein Host der als Paketfilter dienen soll. An diesem Host angeschlossen sind zwei Internetleitungen, eine DMZ, und ein LAN. Nun soll per Policy der Verkehr aus der DMZ über Leitung A und der Verkehr der aus dem LAN ins Internet geht über Leitung B geroutet werden. Als genereller Standard soll Leitung A gelten, so daß wir für Leitung A die default routing table (main) verwenden.

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